weltrevolution-derfilm

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Die österreichische Anarcho-Rock-Truppe Drahdiwaberl hat unter ihren Anhängern längst Kultstatus und löst bei ihren Gegner Reaktionen zwischen Entsetzen und blanken Hass aus. Jetzt – mehr als 50 Jahre nach ihrer Gründung im Jahr 1969 ist mit „Weltrevolution“ eine abendfüllende Dokumentation erhältlich, die die Gruppe durch ihre bewegte Geschichte begleitet. Zusammen mit Stefan Weber hat Klaus Hundsbichlers Aufnahmen gesichtet, die von 1957 bis in die Gegenwart reichen und daraus einen zauberhaften, komischen und überaus unterhaltsamen Dokumentarfilm geschaffen, der den Drahdiwaberln zu zahlreichen neuen Anhängern verholfen haben dürfte.

Weltrevolution – der Film Trailer


Weltrevolution – der Film

Der Film

Ein Tag im Leben des Stefan Weber

So lautet die offizielle Handlung des Dokumentarfilms „Weltrevolution“. Doch wo die Drahdiwaberl beteiligt sind, da kommt es wie es kommen muss: laut, grell, anarchisch, urkomisch, politisch unkorrekt und wenn notwendig auch gnadenlos geschmacklos. Von den ersten Aufnahmen, die 1957 der große Bruder von dem kleinen Stefan Weber gemacht hat führen die Aufnahmen über das erste Konzert der Drahdiwaberl auf dem Volksstimmefest im legendären Jahr 1969 bis hin zu Aufnahmen aus dem Jahr 2000. Mit dabei von der Partie sind die diversen Beteiligten, die die Band im Laufe ihrer Geschichte begleiteten – im Guten wie im Bösen. 50 Jahre Drahdiwaberl sind auch 50 Jahre Zeitgeschichte – dementsprechend werden die privaten Bilder durch Bezüge zu historischen und kulturellen Ereignissen ergänzt.

50 Jahre Bürgerschreck

Die Geschichte der Drahdiwaberl ist so vielfältig wie zwiespältig. Die Spannweite reicht vom Nummer 1 Hit „Lonely“ bis hin zu den zahlreichen Gerichtsprozessen: wegen Obszönität, wegen der Verunglimpfung der Religion und ihrer Symbole bis hin zum Schusswaffengebrauch in der Öffentlichkeit reichten da die Anklagepunkte – und in einigen wäre den Mitgliedern der Gruppe ein Freispruch wohl eher wie eine Beleidigung als wie ein gerechtes Urteil erschienen. Anerkennung müssen den Politrockern inzwischen auch gestandene Gegner erweisen – 2005 erhielt Stefan Weber neben dem silbernen Ehrenzeichen der Stadt Wien auch ein Amadeus für sein Lebenswerk.

Stefan Weber und Klaus Hundsbichler – zwei Quergeister

Es ist ein bemerkenswertes Team, dass sich da zusammengefunden hat. Klaus Hundsbichler, der bekennende Klaus Zappa Fan, der Cutter der Musikvideos von Falco, er, der sich unter anderem über die persönliche Bekanntschaft mit Michael Jackson und Freddie Mercury freuen konnte, erwies sich glücklicherweise als ähnlich stur wie Stefan Weber und behielt in „Weltrevolution“, seinem ersten eigenen Film, seine unverwechselbare Handschrift. So gelang es ihm, aus der – nach eigenen Aussagen – „bisweilen schwierigen Zusammenarbeit“ das Beste herauszuholen, ohne sich von seinem Thema zu sehr vereinnahmen zu lassen.

„Ein Grunzer aus dem Graberl – Drahdiwaberl!“


– das hatte die Politrocktruppe einst selber so proklamiert. Doch auch wenn die Mitglieder – vorsichtig formuliert – nicht mehr zu den Jüngsten gehören – die Drahdiwaberl werden so schnell nicht vergessen werden. Und mit „Weltrevolution“ hat Klaus Hundsbichler einen wichtigen Beitrag dazu geleistet, dass sie auch noch in vielen Jahren grunzen – und sei es aus dem Graberl.